Magath auf Schalke – Zum Scheitern verurteilt ?
Kommentar
Gelsenkirchen – Der FC Schalke 04 hat auch das vierte Bundesligaspiel hintereinander verloren.
Gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund mussten die “Königsblauen” am Sonntagabend eine 1:3-Niederlage einstecken.
Und das, die Schalker werden es nicht gerne lesen, war absolut verdient.
Die Mannschaft von Trainer Felix Magath muss sich mit der Höhe der Niederlage sogar noch
relativ gut abfinden können.
Gegen eine junge Dortmunder Truppe, die absolut überlegen agierte, zeige sich lediglich
Nationalkeeper und Ur-Schalker Manuel Neuer in Normalform.
Dank seiner zahlreichen Paraden, und dank der freundlichen Mithilfe der Querlatte, die der BVB in Person von Neven Subotic,
Ur-Dortmunder Kevin Großkreuz und Nuri Sahin ganze drei mal traf, viel die Niederlage nicht noch viel höher aus.
Nun muss in Bezug auf Schalkes Auftreten sowohl in der Bundesliga, als auch in der Champions League gegen Olympique Lyon (0:1)
die Frage nach dem Grund für die Misserfolge erlaubt sein.
Felix Magath hat vor der Saison vierzehn Spieler abgegeben und dreizehn neue geholt.
Ein “Warum ?” muss hier gestattet sein.
Schalke holte letzte Saison die Vizemeisterschaft, hatte eine der besten Abwehrketten der Liga.
Im Sturm lief Kevin Kuranyi regelmäßig zu Hochform auf.
Auch im Mittelfeld gab es kaum etwas zu meckern.
Nun sind unter anderem Abwehrmann Rafinha, der jahrelang für Sicherheit in der blau-weißen Defensive gesorgt hatte, und auch Stürmer Kuranyi abgewandert.
Auch sonst hat sich das Bild der Mannschaft nahezu gänzlich gewandelt.
Spieler wie Lukas Schmitz, Edu oder Hans Sarpei bringen nicht wirklich mehr Qualität, nein, sie scheinen lediglich die Quantität des Kaders zu steigern.
Also, warum entschied sich Magath zu dieser radikalen Gesichtsveränderung der Mannschaft ?
Vertraute er der Mannschaft der Vorsaison nicht genug, dachte das niedrige Durchschnittsalter könnte in dieser Spielzeit zum Verhängnis werden ?
Glaubte er, er hätte das Konzept des Mannschaftskomplettumbaus, wie er es beim VfL Wolfsburg, mit dem er Meister wurde, eingesetzt hatte, noch einmal erfolgreich mit den Gelsenkirchenern durchführen können ?
Letzlich bleibt die Frage unbeantwortet.
Felix Magath wollte offenbar schnellen Erfolg, kaufte dafür
Spieler wie den spanischen Altstar Raùl von Real Madrid.
Dann kam noch Klaas-Jan Huntelaar vom italienischen Erstligisten AC Mailand für ganze 13 Millionen Euro Ablöse.
Vom Gehalt der beiden ganz zu schweigen.
Bei Schalkes Verbindlichkeiten in Höhe von 250 Millionen Euro ein absolut nicht nachvollziehbarer Schritt.
An die Zukunft des Vereins scheint “Quälix”, wie Felix Magath aufgrund seiner harten Trainingseinheiten genannt wird, nicht zu denken.
Wenn sich Erfolg einstellen würde, dann würde das die wenigsten Fans stören.
Doch bisher bleibt der Erfolg aus.
Das macht den Trainer und Manager in Personalunion nicht gerade beliebter bei den Schalke-Anhängern, die wegen Magaths autoritärem Führungsstil bereits Unmut äußerten.
Desweiteren entließ der Trainer den langjährigen Fanbeauftragten Rolf Rojek, der sich bei den Fans großer Beliebtheit erfreute.
Wenn der Erfolg auch nach den nächsten Spielen ausgeblieben sein sollte, werden auch die Vorgesetzten Magaths sich Gedanken über die Zukunft machen müssen.
Möglicherweise eine Zukunft ohne Felix Magath.
(jk)