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Der etwas andere Stand-Up Comedian

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Er hasst Johann Pachelbel, einen deutschen Komponisten der im 18. Jahrhundert Musikstücke schrieb, und diese aufdringlichen Menschen in sozialen Netzwerken wie “Facebook” die wir gar nicht im realen Leben kennen, die uns jedoch immer wieder mit ihren Nachrichten und Taten ärgern zu wollen scheinen. Und er hat seine Gitarre immer dabei.
Die Rede ist von Rob Paravonian.
Er ist ein amerikanischer Stand-Up Comedian der auf dem Wege des Internets immer größere Bekanntheit erlangt.

Paravonian, geboren als Sohn eines armenisch-amerikanischen Lehrers, lernte bereits im Alter von sechs Jahren das Spielen des Cellos.
Später spielte er dieses Instrument im Symphonieorchester der Waukegan High School in Illinois.
Mit 13 Jahren Jahren ging er mit dem High School Chamber Orchester nach Florida. Er brachte sich selbst während der High School-Zeit das Gitarre- und Bassspielen bei.
Dann, als Rob an die Universität von Southern California ging, begann seine komödiantische Laufbahn.
Er trat in offenen Comedy-Shows in Cafès in Los Angeles auf, und merkte dort, dass seine Art des “Witzemachens” gut ankam.
Im Laufe der Zeit, in der er in den Cafès auftrat, schien aus dem anfangs klassischen Stand-Up Witzemacher ein musizierender zu werden.
Um nämlich die teils langen Wartezeiten bis zu seinen Auftritten zu überbrücken, spielte Rob einfach ein bisschen Gitarre.
Mit Kollegen die ebenfalls noch nicht auf die Bühne durften, fing er an lustige Songs zu schreiben.
Einer dieser Kollegen schlug ihm vor, er solle mal mit der Gitarre auf die Bühne gehen.
Er befolgte diesen Ratschlag, und siehe da: Der Kollege hatte Recht gehabt, denn Rob kam als singender Comedian noch viel besser bei seinem Publikum an, als zuvor.
Rob spielte fortan in vielen kleinen Clubs in den USA.
Bekannt war er da aber noch lange nicht.
Kaum einer konnte wohl von sich behaupten, den sympathischen, damals noch recht selten auf der Bühne musizierenden Comedian zu kennen.
Mit Beginn des Internetzeitalters sollte sich dies jedoch rasch ändern.
Vorher musste er aber noch nach New York gehen.
Dort wurde er schnell fester Bestandteil der “Catch a Rising Star”-Clubs, einer Kette von kleinen Comedy-Clubs.
Sogar ins Fernsehen schaffte er es nun immr öfter.
Auf Comedy Central war er nun zu sehen.
Und auch der Sender VH1, wie Comedy Central den MTV Networks angehörend, ließ ihn in sein Programm.
Ebenfalls schrieb er nun Titelmelodien für Cartoon-Serien, und er trat immer häufiger in Sketch-Shows auf.
Die ersten größeren Erfolge in der Karriere des Rob Paravonian.
Nun übernahm auch das Internet eine tragende Rolle, in Paravonians aufstrebender Karriere als musizierender Stand-Up Comedian.
Denn er stellte Videos von einigen seiner Auftritte ins Internet.
Sein wohl bekanntestes You Tube-Video, “Pachelbel Rant”, wurde inzwischen fast 7,5 Millionen mal angeklickt.
In dem Video steht er mit seiner akustischen Gitarre auf der Bühne.
Er erzählt wie sehr er Johann Pachelbels Kanon in der D hasst.
Begründen tut er dies damit, dass sehr viele bekannte, eigentlich moderne Musik spielende Bands, diese Tonfolge in ihren Liedern nutzen würden.
Zu oft habe er diesen, seiner Meinung nach “schlechtesten Cello-Part der je geschrieben wurde”, in verschiedenen Versionen schon gehört.
So oft, dass Rob das Gefühl habe, er werde von Pachelbel “verfolgt”.
Am Ende bringt er einige Bespiele die dies belegen.
Er spielt “Skaterboy” von Avril Lavigne, genauso wie “With or without you” von U2 oder auch “Let it be” von den Beatles.
Alle Stücke beinhalten jedoch die selbe Tonfolge, Johann Pachelbels Kanon in D.
Rob spricht zuletzt sogar die Befürchtung aus, er werde Pachelbel in der Hölle antreffen.
Das Publikum lacht bei jedem angespielten Song herzlich auf.
Zu überraschend, obwohl doch eigentlich so offensichtlich, scheinen die “Plagiate” der 300 Jahre alten Tonfolge zu sein.
Ein weiteres bekanntes Video von Paravonian ist “Less from You”.
In dem Video, wiederum vor Live-Publikum, singt er von diesen Menschen, die man nichtsahnend in “Social networks” wie “Facebook” oder “MySpace” in seine “Freundeliste” aufnehme.
Anschließend komme das böse Erwachen: Diese Person teile jeden Gedanken, jede erdenkliche Tat mit der gesamten Internetgemeinde.
Man erfahre Sachen, die man gar nicht erfahren wolle.
So seien zum Beispiel Dinge wie “Bei mir ist gerade Mittagessen angesagt” zu lesen, und man frage sich, warum jemand dies alles teile, was er denke und tue.
Mit genau solchen Comedy-Nummern scheint Rob Paravonian den Nerv der Zeit zu treffen.
Es sind Dinge die viele von uns schon einmal erlebt haben, ob unbewusst wie bei Paravonians “Pachelbel Rant” oder ganz bewusst auf die unangenehme Art, wie bei “Less from you”
Rob Paravonian hat gerade bereits sein viertes Studio-Album “Songs From the Second Floor” veröffentlicht.
Wenn er so weiter macht wie bisher, werden mit Sicherheit noch einige Alben dazukommen.
Und auch live oder im Internet wird man noch einiges von ihm hören, und herzlich über seine besondere Art der Comedy lachen können.
Denn Rob Paravonian ist nicht irgendein beliebiger Komiker.
Nein, Paravonian ist auf seine Weise besonders, da er es wie kaum ein anderer schafft, den Nerv der Zeit treffende Comedy, mit Musik zu verbinden.

Hier die beiden You Tube-Videos zum angucken und lachen:

“Pachelbel Rant”

“Less from You”

Geschrieben von wachtmeisterdull

4. Januar 2010 um 10:44

Veröffentlicht in Musik, Uncategorized

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